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BKL-Ausbildungsrichtlinie
Praktikum nach dem Studium


Aktuelle Informationen zum geltenden Zulassungsverfahren:
Merkblatt Zulassung zum Postgraduiertenpraktikum (PDF)

§6 Zulassung zum Postgraduiertenpraktikum

(1)  Nach dem Studium ist grundsätzlich ein zwölfmonatiges Postgraduiertenpraktikum zu absolvieren.
(2)  Die Zulassung zum Postgraduiertenpraktikum ist über die Geschäftsstelle des Bundesverbandes Klinische Linguistik e.V. (BKL) zu beantragen. Sie informiert die Kandidaten über das jeweils geltende Zulassungsverfahren.
(3)  Der Bundesverband Klinische Linguistik e.V. (BKL) kann für den Zulassungsantrag eine Bear- beitungsgebühr erheben.
(4)  Folgende Unterlagen sind an die Geschäftsstelle des Bundesverbandes Klinische Linguistik e.V. (BKL) zu schicken (per Post oder als pdf-Datei):

1.   schriftlicher, formloser Antrag auf Zulassung zum Postgraduiertenpraktikum, in dem auch das Interesse an der klinischen Tätigkeit kurz dargestellt wird
2.   Nachweis über den Studienabschluss und ggf. bescheinigten Studienschwerpunkt Klinische Linguistik (gemäß §2)
3.   Seminarliste mit Titel, Art und Umfang sowie Dozent der Veranstaltungen
4.   Inhaltsverzeichnis der Abschlussarbeit und/oder Hinweise auf andere schriftliche Arbeiten
5.   Bescheinigung über das dreimonatige Vorpraktikum in einer klinischen Einrichtung, in dem 450 Stunden und die Anzahl an hospitierten Therapiestunden aufgelistet sind (gemäß §5)
6.   tabellarischer Lebenslauf
7.   Nachweis über die Einzahlung der Bearbeitungsgebühr

(5)  Für die Zulassung nach dem Masterstudium Linguistik mit dem Schwerpunkt Klinische Linguistik an den Universitäten Bochum und Salzburg entfallen die Punkte 2 und 3, stattdessen muss das Transcript of Records vorliegen.
(6)  Das Postgraduiertenpraktikum entfällt bei einem abgeschlossenen Hochschulstudium (vergl. §2) und einer dreijährigen Berufsfachschulausbildung in Logopädie. Das Postgraduiertenpraktikum entfällt bei einem grundständigen kultusministeriell genehmigten Stu- diengang Klinische Linguistik (vergl. §2).
(7)  Jeder Antrag wird individuell bearbeitet. Die Zulassung zum Postgraduiertenpraktikum kann mit Auflagen verknüpft werden. Ergänzend können weitere Unterlagen bei der Kandidatin/beim Kandidaten angefordert werden.
(8)  Die Zulassung zum Postgraduiertenpraktikum kann von der Postgraduiertenkommission oder dem Vorstand des Bundesverbandes Klinische Linguistik e.V. (BKL) zurückgenommen werden, wenn sich herausstellt, dass die Zulassungsvoraussetzungen zu Unrecht als gegeben angenommen wurden.
(9)  Die Postgraduiertenkommission des BKL informiert über die Durchführungsregelung für das Postgraduiertenpraktikum und die Prüfungsordnung.


§7 Durchführung des Postgraduiertenpraktikums

(1)  Das Postgraduiertenpraktikum ist ein ganztägiges Praktikum von zwölf Monaten Dauer und min- destens 1760 Stunden. Mit einer Ausnahmegenehmigung der Postgraduiertenkommission können auch Halbtagsstellen bei 24-monatiger Dauer zugelassen werden. Bei schwerwiegenden Gründen wie etwa Krankheit, Mutterschutz, Elternzeit etc. kann das Postgraduiertenpraktikum in Absprache mit der Postgraduiertenkommission für einen begrenzten Zeitraum unterbrochen werden.
(2)  Das Praktikum kann an Einrichtungen durchgeführt werden, in denen die für das Tätigkeitsgebiet Klinischer Linguisten relevanten Störungsbilder in ausreichender Anzahl und Frequenz vertreten sind. Ein Wechsel der Einrichtung während des Postgraduiertenpraktikums muss von der Postgraduiertenkommission genehmigt werden.
(3)  Das Praktikum wird unter der Betreuung eines klinikinternen und eines klinikexternen Supervisors  durchgeführt. Die  Supervisoren müssen vom  Bundesverband Klinische Linguistik  e.V. (BKL) als solche berufen werden. Die jeweils gültige Liste der berufenen Supervisoren ist bei der Geschäftsstelle des Bundesverbandes Klinische Linguistik e.V. (BKL)zu erhalten.
(4)  Im Laufe des Postgraduiertenpraktikums soll der Linguist im Praktikum schrittweise in die ver- schiedenen Aufgabengebiete des Klinischen Linguisten eingeführt werden. Dabei sollte der Linguist im Praktikum in jedem Aufgabengebiet zuerst hospitieren, bevor bestimmte Aufgaben bzw. Patienten vom Linguist im Praktikum selbständig, zunächst unter Supervision, übernommen werden. Um effektives Lernen zu gewährleisten und Überlastung zu vermeiden, sollte während des gesamten Praktikums gewährleistet sein, dass genügend Zeit für die gründliche Aufarbeitung der Praktikumserfahrung gegeben ist.
(5)  Der Praktikant sollte nach Möglichkeit mit einem gesonderten Ausbildungsvertrag als Linguist im Praktikum auf ein Jahr zeitlich befristet eingestellt sein. Angestrebt wird eine der Tätigkeit ange- messene Bezahlung. Ein Teil der Arbeitszeit sollte explizit für Ausbildungszwecke wie Fallbesprechungen, Supervision, Hospitationen etc. zur Verfügung stehen.


§8 Inhalte des Postgraduiertenpraktikums

(1)  Der Linguist im Praktikum soll in alle Aufgabengebiete der Klinischen Linguistik eingeführt werden und lernen, diese Aufgaben selbständig zu erfüllen. Im Vordergrund des Praktikums steht damit der Erwerb umfassender Kenntnisse der folgenden Störungsbilder und ihrer neuro-/ psycholinguistischen Erklärungsmöglichkeiten, ihrer Diagnostik und Therapie, der neurologi- schen Ursachen und der assoziierten klärungs- bzw. therapierelevanten neuropsychologischen bzw. Entwicklungsdefizite: Aphasien und andere neurologisch bedingte Sprachstörungen, Dysarthrophonien, Sprechapraxien, Agraphien und Alexien sowie Akalkulien. Grundlegende Erfahrungen sollten in der Behandlung von Facialisparesen und Kau- und Schluckstörungen erworben werden. Entsprechend der jeweiligen Einrichtung sollten auch grundlegende Erfahrungen im Bereich der Störung des Sprach- und Sprecherwerbs erworben werden. Dabei geht es im einzelnen um die Aufgaben der Diagnostik und detaillierten Befunderhebung im fachspezifischen Untersuchungsverfahren, die Therapieplanung, die Auswahl und Erstellung von Therapiematerialien, die Therapiedurchführung mit Therapiemethoden und therapeutischen Arbeitstechniken, die Dokumentation, die Therapieevaluation, die Angehörigenarbeit, die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Rahmen einer Rehabilitationsmaßnahme und die Reflexion der (eigenen) Therapeutenrolle. Die Einarbeitung in diese Aufgabengebiete schließt das Studium der einschlägigen Fachliteratur mit ein.
(2)  Es sollten möglichst viele der in die Zuständigkeit Klinischer Linguisten fallenden Störungsbilder kennengelernt werden. Es ist zudem wünschenswert, dass die Zusammenarbeit mit Patienten unterschiedlichen Alters und in unterschiedlichen Rehabilitationsphasen bzw. Therapiephasen ermöglicht wird.
(3)  Der Linguist im Praktikum soll zudem die Möglichkeit wahrnehmen, die Arbeitsweisen der Nachbardisziplinen wie Medizin, Neuropsychologie, Krankengymnastik, Ergotherapie etc. kennenzulernen.
(4)  Der Linguist im Praktikum soll in die Strukturen und den Arbeitsalltag einer Rehabilitationsein- richtung eingeführt werden und aktiv an diesen teilnehmen. Dies bezieht interdisziplinäre Fallbe- sprechungen, Stationsbesprechungen, Fallbesprechungen, Berichte, Visite etc. mit ein.



§9 Die Aufgaben des Linguisten im Praktikum

(1)  Das Postgraduiertenpraktikum kann erst begonnen werden, wenn die Zulassung durch den Bundesverband Klinische Linguistik e.V. (BKL) und die Übernahmeerklärung des internen Supervisors zur Übernahme der internen Supervision vorliegt. Spätestens mit Ablauf der ersten drei Monate des Praktikums muss der externe Supervisor die Übernahme der externen Supervision schriftlich bestätigt haben. Die schriftlichen Einverständniserklärungen der Supervisoren sind umgehend an die Postgraduiertenkommission sowie an die Geschäftsstelle des Bundesver- band Klinische Linguistik e.V. (BKL)weiterzuleiten.
(2)  Während des gesamten Praktikums ist ein Praktikumstagebuch zu führen, das die Hospitationen, Besprechungen mit dem externen und internen Supervisor, Fallbesprechungen, Literaturhinweise, arbeitsinterne und interdisziplinäre Fortbildungen und externe Fortbildungen beinhaltet. Eine Vorlage ist bei der Postgraduiertenkommission erhältlich.
(3)  Es ist eine patientenbezogene Leistungsstatistik zu erstellen, in der alle Patienten aufgeführt werden, die vom Linguist im Praktikum gesehen wurden. In dieser Aufstellung ist das Störungsbild kurz zu charakterisieren und die Aufgabenstellung zu vermerken, unter der dieser Patient gesehen wurde, beispielsweise Differentialdiagnostik, Abklärung, detaillierte Befunderhebung, Therapie oder Beratung. Außerdem sollte festgehalten werden, wie viele Arbeitsstunden bzw. Untersuchungs- oder Therapieeinheiten mit den jeweiligen Patienten verbracht wurden.
(4)  Der Linguist im Praktikum hat während des Praktikums drei Fallberichte zu erstellen, die unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte aufweisen sollen. Diese Fallberichte sollen mindestens zehn Seiten (Fallbericht 1 und 2) bzw. mindestens zwanzig Seiten (Fallbericht
3) Umfang erreichen. Die Themen und Inhalte der Fallberichte sollen mit dem internen und externen Supervisor ausführlich besprochen und abgestimmt werden.
(5)  Alle drei Fallberichte müssen innerhalb des Postgraduiertenpraktikums fertiggestellt werden. Es wird empfohlen, dass der erste Fallbericht nach etwa drei Monaten, der zweite nach etwa sechs Monaten fertig gestellt wird.
(6)  Der Inhalt eines Fallberichts kann auch die Entwicklung und Erprobung eines diagnostischen oder eines therapeutischen Verfahrens oder die Entwicklung spezifischen Therapiematerials zum Gegenstand haben.
(7)  Vom Linguist im Praktikum wird erwartet, dass er seine Kenntnisse der relevanten Fachliteratur während des Praktikums vertieft.
(8)  Der Linguist im Praktikum sollte in regelmäßigen Abständen seine Patienten im Rahmen von Fallbesprechungen dem sprachtherapeutischen Team vorstellen.
(9)  Sofern die Zulassung zum Postgraduiertenpraktikum mit Auflagen verbunden ist, müssen diese während des Postgraduiertenpraktikums erfüllt werden.



§10 Supervision


(1)   Der Vorstand des Bundesverbandes Klinische Linguistik e.V. (BKL) beruft im Einvernehmen mit der Supervisionskommission geeignete Klinische Linguisten unbefristet in die Funktion von Supervisoren zur Betreuung der Linguisten im Praktikum.
(2)   Die Gruppe der Supervisoren wählt in einfacher Mehrheit jeweils für die Dauer von drei Jahren aus ihrem Kreis heraus einen Sprecher und dessen Stellvertreter; Sprecher und Stellvertreter bilden die Supervisionskommission (SVK). Die SVK lädt mindestens einmal jährlich zu einer Arbeitssitzung der Supervisoren ein.
(3)   Alle „Klinischen Linguisten (BKL)“ können sich formlos bewerben, um in die Funktion des Supervisors des BKL berufen zu werden. Die Tätigkeit als Supervisor des Bundesverbandes Klinische Linguistik e.V. (BKL) unterliegt folgenden Auflagen:

- Anerkennung als Klinischer Linguist (BKL)
- Mitgliedschaft im Bundesverband Klinische Linguistik e.V. (BKL)
- Nachweis einer mindestens fünfjährigen Tätigkeit als Klinischer Linguist. Diese Tätigkeit umfasst bei internen Supervisoren verbindlich klinisch-therapeutische Arbeit in den relevanten Teilgebieten der Klinischen Linguistik
- Veröffentlichungen (Monographien, Buchkapitel, wissenschaftliche Artikel oder Konferenzbeiträge) in mindestens einem relevanten Themenbereich der Klinischen Linguistik
- Referententätigkeit in Fort- und Weiterbildung bzw. in der wissenschaftlichen Betreuung von Bachelor- oder Master-Studierenden
- mindestens 1 mal jährliche Teilnahme an fachlich einschlägigen Fortbildungsveranstaltungen
- Supervision für die eigene Tätigkeit in regelmäßigen Abständen (mindestens alle drei Jahre)

Der Vorstand kann einvernehmlich mit der Supervisionskommission ersatzweise vergleichbare Leistungen des Kandidaten anerkennen

(4)   Im Falle ernstzunehmender Verfehlungen hat der Vorstand im Einvernehmen mit der Supervisionskommission das Recht, die Berufung wieder zu entziehen. Hiergegen kann vor dem zuständigen Verwaltungsgericht geklagt werden.
(5)   Ein Antrag auf Berufung in die Funktion eines Supervisors des Bundesverband Klinische Lingu- istik e.V. (BKL) ist über die Geschäftsstelle an den Vorstand zu stellen. Nicht die Erfüllung der Qualifikationsvoraussetzungen berechtigt dazu, die Funktion als Supervisor zu übernehmen, sondern allein die Berufung durch den Vorstand des Bundesverbandes Klinische Linguistik e.V. (BKL). Diese gilt grundsätzlich nur solange die Berufungsvoraussetzungen erfüllt sind.
Einem Antrag auf Berufung als Supervisor sind folgende Unterlagen beizufügen:

1.   BKL-Zertifikat
2.   tabellarischer Lebenslauf
3.   Bestätigung/Zeugnis über Dauer und Art der Tätigkeit als Klinischer Linguist
4.   Publikationsliste im Bereich der Klinischen Linguistik
5.   Nachweis der Referententätigkeit
6.   Teilnahmebescheinigungen an Fort- und Weiterbildungen im Bereich der Klinischen Linguistik aus den vorangegangenen vier Jahren
7.   ggf. Nachweis vergleichbarer Leistungen

(6)   Das Postgraduiertenpraktikum wird jeweils durch einen klinikinternen und einen klinikexternen Supervisor betreut. Die Supervisoren sind verpflichtet, für die Durchführung des Postgraduier- tenpraktikums gemäß aller Richtlinien des Bundesverbandes Klinische Linguistik e.V. (BKL) Sorge zu tragen. Bei Unstimmigkeiten sind der Sprecher der Supervisoren bzw. die Postgraduiertenkommission unverzüglich einzuschalten. Beide Supervisoren beurteilen die drei Fallberichte und geben ein Votum bezüglich der Zulassung zur mündlichen Prüfung ab.
(7)   Den Wechsel interner oder externer Supervisoren hat der Linguist im Praktikum unverzüglich der Postgraduiertenkommission sowie dem Sprecher der Supervisoren mitzuteilen.


§11 Übergangsregelungen

(1)  Übergangsregelungen können vom Bundesverband Klinische Linguistik e.V. (BKL) erlassen werden.