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BKL-Ausbildungsrichtlinie
Studium

§2 Studium

(1) Erforderlich ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium Klinische Linguistik, wobei es sich grundsätzlich um einen Master-, Diplom- oder Magister-Studiengang handeln sollte, in dem alle nachfolgend spezifizierten Inhalte integriert sind.
(2)  Absolventen, die das Fach Linguistik mit dem Schwerpunkt Klinische Linguistik mit dem Master an den Universitäten Bochum oder Salzburg abgeschlossen haben, können ohne Einzelfallprüfung zum Postgraduiertenpraktikum zugelassen werden (siehe Kooperationsvereinbarungen).
(3)  Der Studiengang Klinische Linguistik in Bielefeld, der Studiengang Patholinguistik in Potsdam und der Studiengang Klinische Linguistik bzw. Speech Science mit der Spezialisierung Klinische Linguistik (ausgelaufen zum WS 2013/14)  in Marburg werden vom BKL in vollem Umfang, d. h. inklusive der in die Studiengänge integrierten klinischen Ausbildung anerkannt. Ein zusätzliches Postgraduiertenpraktikum kann entfallen.
(4)  Soweit es sich bei dem Studium nicht um einen grundständigen und kultusministeriell genehmigten Studiengang Klinische Linguistik/Patholinguistik handelt (siehe Absatz (3)), kann ein Diplom-, Magister- oder Masterstudiengang der nachfolgend bezeichneten Ausrichtung anerkannt werden (siehe §3, §4, §5, §6).
(5) Für alle Studiengänge gilt, dass die Abschlussarbeit ein Thema aus dem Bereich der Klinischen Linguistik behandeln muss.


§3 Studienfächer bzw. Studienschwerpunkte

(1)  Das Haupt- bzw. Kernfach muss Linguistik, Psycholinguistik oder Phonetik sein. Der Studienschwerpunkt muss inhaltlich auf dem Bereich der Störungen der Sprache und Sprechmotorik liegen. Solche Studienschwerpunkte können z. B. unter der Bezeichnung Neurolinguistik, Klinische Linguistik, Patholinguistik o. ä. angeboten werden. Ein solcher Studienschwerpunkt muss von der Hochschule und dem Bundesverband Klinische Linguistik e.V. (BKL) ausdrücklich bescheinigt werden. Außerdem muss sichergestellt sein, dass alle relevanten Teilgebiete der Klinischen Linguistik belegt werden können. Der Besuch der Lehrveranstaltungen zu den obligatorischen Teilbereichen (siehe §6) muss im Einzelnen nachgewiesen werden.
(2)  In begründeten Einzelfällen kann das Haupt- bzw. Kernfach auch Germanistische Linguistik oder Kommunikationswissenschaft, o. ä. sein, wenn an der jeweiligen Hochschule nur innerhalb dieses Faches ein entsprechender Studienschwerpunkt möglich ist. Wenn das Haupt- bzw. Kernfach Phonetik ist, muss eines der Nebenfächer Linguistik oder Psycholinguistik sein und ein Studienschwerpunkt Klinische Linguistik o. ä. nachgewiesen werden können.
(3)  Wenn neben dem Haupt- bzw. Kernfach ein oder zwei Nebenfächer studiert werden, muss eines der Nebenfächer entweder Psychologie, Neuropsychologie, Neurologie oder Sprachheil- pädagogik sein. Das zweite Nebenfach sollte ggf. eine inhaltlich sinnvolle Ergänzung darstellen. Neben den Fächern Psychologie, Neurologie und Sprachheilpädagogik kommen hierfür insbesondere die Fächer Phonetik, Pädagogik, Medizinische Psychologie oder Philologien in Betracht.
(4) Soweit sie nicht durch die gewählte Fächerkombination abgedeckt sind, müssen relevante Kenntnisse in den Fächern Phoniatrie, Neurologie und Psychologie durch Belegung nachgewiesen werden.


§4 Relevante Teilgebiete der Klinischen Linguistik

Um zum Postgraduiertenpraktikum zugelassen zu werden, sind folgende obligatorische Teilgebiete der Klinischen Linguistik in Lehrveranstaltungen zu belegen:

I. Linguistische und psycholinguistische Grundlagen

 
  • Syntax und Morphologie
  • Semantik und Pragmatik
  • Phonologie und Phonetik
  • Text und Gespräch
  • Psycholinguistik des Spracherwerbs*
  • Psycholinguistische Modelle der Sprachverarbeitung (z.B. Logogen-Modell, Levelt)

 

II. Interdisziplinäre Grundlagen

 
  • Phoniatrische/sprechwissenschaftliche Grundlagen (Stimme, Atmung, Rede und ihre Störungen)
  • Neurologische Grundlagen des Sprechens und der 
    Kommunikation
  • (Pathophysiologie, Neuroanatomie, Ätiologien)
  • Pädiatrie*
  • Psychologische Grundlagen (kognitive Psychologie, Lernpsychologie)
  • Methodenlehre/Statistik
  • Professionelle Kommunikation (z.B. Therapeuten-
    verhalten, Arzt-Patient-Kommunikation)
  • Pädagogik
  • (Sprachbehindertenpädagogik, Sonderpädagogik)*

 

III. Klinische Linguistik - Erworbene Sprach- und Sprechstörungen

 
  • Erworbene Störungen der Sprache (Aphasie, Demenz)
  • Erworbene Störungen der Schriftsprache (Alexien und Agraphien)
  • Erworbene phonetische Störungen (Dysarthrophonie, Sprechapraxie)
  • Dysphagien
  • Vertiefungen zu mindestens einem Teilgebiet der erworbenen Sprach- und Sprechstörungen (z.B. Agrammatismus, phonologische Störungen)
  • Kognitive Neurolinguistik (Fallanalysen)
  • Diagnostische Methoden in der Klinischen Linguistik
  • Methoden der Intervention in der Klinischen Linguistik

 

IV. Klinische Linguistik - Entwicklungsbedingte Störungen*

 
  • Spezifische Sprachentwicklungsstörungen
  • Sprachentwicklungsstörungen bei komplexen Behinderungen
  • Phonetisch-phonologische Störungen
  • Hörverarbeitung
  • Kindliche Hörstörungen und Cochlea Implantat
  • Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten und Rhinolalien

 

* Die gekennzeichneten Bereiche sind nur dann abzudecken, wenn für diesen Bereich eine zulassungsfähige Ausbildung angestrebt wird.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das BKL-Zertifikat  nicht automatisch  zur Zulassung bei den Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) führt. Das BKL-Zertifikat ermöglicht nur den Zugang zur Prüfung der Zulassungsfähigkeit. Ob ein „Klinischer Linguist (BKL)“ von den GKV zugelassen wird, entscheidet sich in einer Einzelfallprüfung.

Die Zulassungsempfehlungen des GKV-Spitzenverbandes, denen die Formalia zur Zulassung zu entnehmen sind, finden sie hier:
Zulassungsempfehlungen in der Fassung vom 01.03.2012 (PDF)

Wir weisen darauf hin, dass ein „Klinischer Linguist (BKL)“ in die unter Absatz 1.1.7 der Zulassungsempfehlungen genannten Berufsgruppen fällt, wenn sie/er nicht einen Studiengang, wie in 1.1.8/Anlage 3 genannt, abgeschlossen hat.